ENERGIEWELT OST 2014 – Eine wissenschaftliche Studie

ENERGIEWELT OST 2014 – Eine wissenschaftliche Studie

Wie bereits in den Vorgängerstudien der Jahre 2012 und 2013 sind auch für die diesjährige Studie aktuelle Aspekte der öffentlichen Diskussion zum Thema Energiewende berücksichtigt worden. Im Blickpunkt steht diesmal der Trend zur Eigenerzeugung, der sich im Zuge der steigenden Kosten beim Umbau der Energieversorgung entwickelt hat. Die Finanzierung spielt auch an anderer Stelle eine wichtige Rolle. Hinterfragt wurde, wie die zunehmende „Entsolidarisierung“ bei der Verteilung der Kosten der Energiewende gesehen wird. Gemeint ist damit, dass die Erzeuger von Strom aus erneuerbaren Energien eine attraktive Vergütung erhalten und gleichzeitig keine Umlagen und Netzentgelte zahlen müssen. Dabei knüpft die vorliegende Studie im Sinne der Konzeption der „Energiewelt Ost“ als Längsschnittstudie an die vorangegangenen Studien an und enthält folglich identische Fragestellungen. Damit ermöglicht sie erneut einen aktuellen Überblick zu Ansichten von Haushalten, Kommunen und energieintensiven Unternehmen in Ostdeutschland zur Energieversorgung.

Die Befragung der drei Akteursgruppen wurde zwischen Januar und Februar 2014 durchgeführt. Die Haushaltsbefragung erfolgte im Rahmen einer CATI-Befragung1 durch die Conoscope GmbH Leipzig. Die Stichprobe umfasste 1.650 Haushalte und erfüllt damit die statistischen Anforderungen. Innerhalb der Stichprobe erfolgte eine Quotenauswahl nach den Kriterien Bundesland (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin gesondert), Raumtyp innerhalb des Bundeslandes (städtischer Raum und ländlicher Raum) sowie Alter (18-39 Jahre, 40-59 Jahre sowie 60 Jahre und älter).

Die Befragung der ostdeutschen Kommunen ab 3.000 Einwohnern erfolgt auf einer neuen statistischen Basis, und zwar dem fortgeschriebenen Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes mit Stand vom 31.12.2012. Daher erhöhte sich die Grundgesamtheit der vorliegenden Studie gegenüber 2013 um 115 auf 789 Gemeinden. Da der Rücklauf gegenüber 2013 absolut auf 224 Antworten anstieg, wurde die Quote von über 28 % des letzten Jahres erneut erreicht. Dabei ist erfreulich, dass dieses Jahr auch viele kleine Gemeinden zwischen 3.000 und 5.000 Einwohnern an der Befragung teilnahmen (ein Drittel gegenüber 5 % im Jahr 2013). Auch die Gruppe der Gemeinden mit über 5.000 bis 10.000 und die mit über 10.000 bis 50.000 Einwohnern sind mit jeweils ca. einem Drittel vertreten. Zwar hat sich deren Anteil damit gegenüber 2013 leicht verringert, sie stellen aber erneut den größten Teil des Rücklaufes dar. Vor diesem Hintergrund spiegelt sich die Struktur der ostdeutschen Kommunen auch im Rücklauf der Befragung sehr gut wider.

Neuerungen gab es auch bei der Gruppe der befragten ostdeutschen Unternehmen energieintensiver Branchen. Die Erhebung erfolgte erstmals als Vollerhebung jener Unternehmen, welche 2013 beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle einen Antrag nach § 40 ff. EEG (Besondere Ausgleichsregelungen) gestellt haben. Dabei wurden 388 und damit 253 Unternehmen mehr als 2013 befragt. Auch der absolute Rücklauf erhöhte sich deutlich (auf 76 Unternehmen gegenüber 30 im Jahr 2013), wenngleich die Quote infolge der größeren Stichprobe mit gut 20 % leicht unter der des Jahres 2013 (22 %) lag. Am häufigsten antworteten Unternehmen der chemischen Industrie (28 %), gefolgt von jenen der Baustoff- und Glasindustrie (14 % bzw. 11 %). Dabei dominierten wiederum eher kleine Unternehmen mit unter 100 Mitarbeitern (51 %), wobei dieser Anteil gegenüber 2013 deutlich höher ausfiel (etwa 37 %). Die restlichen Unternehmen haben Mitarbeiterzahlen zwischen 100 und unter 1.000 Mitarbeitern, nur knapp 4 % der antwortenden Unternehmen gaben an, 1.000 oder mehr Mitarbeiter zu beschäftigen. Nach Umsatzgrößenklassen zeigt sich ein ähnliches Bild, hier überwiegen Unternehmen mit Umsätzen unter 50 Mio. Euro.

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Die vollständige Studie finden Sie hier zum Download.

Kompetenzzentrum Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge e.V., Universität Leipzig
Neues  Augusteum
Augustusplatz 10
04109 Leipzig