Die Beschaffungspraxis in Österreichs Kommunen unter Berücksichtigung des regionalen Faktors

fachbeitrag1-kleinFachbeitrag 1 zur Studie: „Die Beschaffungspraxis in Österreichs Kommunen unter Berücksichtigung des regionalen Faktors“

Tagtäglich stehen Österreichs Gemeinden vor der gleichen Herausforderung: Wie können wir unsere Ausschreibungen effizient meistern? Aufgrund der Einführung eines neuen europäischen Regelwerks für öffentliche Aufträge erhöht sich die Komplexität solcher Vergabeprozesse für Kommunen weiter, wodurch öffentliche Auftraggeber vor neuen Anforderungen stehen.

Nur wenige Studien haben sich bisher den Vergabeprozessen und der Vergabepraxis auf kommunaler Ebene zugewandt. Dabei besteht gerade bei Gemeinden der Bedarf, die neuen rechtlichen nationalstaatlichen und europäischen Veränderungen sowie die komplexen Vergaberechtsabläufe in der Praxis zu analysieren. Dadurch sollen diese greifbar und transparent werden, um entscheidendes und erforderliches Detailwissen und Lösungen für die kommunale Auftragsvergabe  vermitteln zu können. In dieser Studie geht es daher um die Feststellung des Grads an Komplexität bzw. darum, wie sicher sich Österreichs Gemeinden in Vergabeprozessen fühlen. Des Weiteren wird der Fokus auch darauf gelegt, welche Schwierigkeiten derzeit in der kommunalen Vergabepraxis auftreten und wie hoch der Bedarf an konkreten Lösungsansätzen und Kooperationsmodellen zwischen öffentlicher Hand und privaten Unternehmen ist. Ausgewählte Fragen widmen sich dem Thema der Regionalität und der Beleuchtung einer möglichen Berücksichtigung regionalitätsfördernder Faktoren in der Auftragsvergabe. Die Aspekte Rechtssicherheit im öffentlichen Vergabeprozess, Sicherstellung der öffentlichen Grundversorgung und Schaffung einer öffentlich-sozialen Verantwortung stellen dabei grundlegende Merkmale der Studie dar.

Aufgabenträger der Studie ist der Österreichische Gemeindebund. Beteiligte Partner und Unterstützer der Studie sind

  • Bäckerei Franz Felber & Co Ges m b H
  • Bundesbeschaffungs GmbH
  • Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten (AIK)
  • Genuss Region Österreich
  • Österreichischer Gewerbeverein
  • Philips GmbH
  • Porr Bau GmbH
  • Raiffeisenbank International AG
  • Saubermacher AG
  • Siemens AG Österreich
  • Unimarkt Handelsgesellschaft m.b.H. & Co. KG

Den Projektbeirat der Studie bilden das Bundeskanzleramt (BKA), das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, Herr Hofrat DDr. Erwin Schranz, Mitglied des Ausschusses der Regionen a.D., das Zentrum für Regionalwissenschaften der Universität Graz und der Verband Österreichischer Stuckateur- und Trockenausbauunternehmungen (VÖTB) vertreten.

Es wurden bereits österreichweit mehr als 70 Gemeinden in problemfokussierten Interviews befragt und zwei Experteninterviews mit der Stadt Wien und der Stadt Linz durchgeführt. Bis Mitte Oktober 2014 werden noch in mehr als 100 Gemeinden Interviews geführt. Der Abschluss der Studie soll Ende Oktober 2014 erfolgen. Die Ergebnisse der Studie werden im November/Dezember 2014 im Rahmen eines Fachsymposiums mit begleitender Pressekonferenz veröffentlicht.