Die Beschaffungspraxis in Österreichs Kommunen unter Berücksichtigung des regionalen Faktors

fachbeitrag2-kleinFachbeitrag 2 zur Studie: „Die Beschaffungspraxis in Österreichs Kommunen unter Berücksichtigung des regionalen Faktors“

Die Studie „Die Beschaffungspraxis in Österreichs Kommunen unter Berücksichtigung des regionalen Faktors“ erhebt Erfahrungen und vorhandene Kenntnisse rund um das Thema der Vergabe in Österreichs Kommunen. Ziel der Studie ist die Feststellung, welche Schwierigkeiten in der Vergabepraxis auftreten und wie sicher sich Österreichs Gemeinden in Vergabeprozessen fühlen. Die Schwerpunkte der Studie sind dabei, welche Verfahren in der Vergabepraxis angewendet werden und welche Bedeutung in den Kommunen regionale, ökologische und soziale Aspekte bei öffentlichen Vergabeprozessen besitzen. Ausgewählte Fragen der Studie beleuchten zudem die mögliche Berücksichtigung regionalitätsfördernder Faktoren in der kommunalen Auftragsvergabe.

Mittels eines durch die Studie erstellten Fragbogens mit über 50 Fragen und weiteren vertiefenden Unterfragen wird bei den befragten Gemeinden auf einzelne Problemstellungen und Herausforderungen im kommunalen Beschaffungswesen eingegangen. Die einzelnen Problemstellungen und Herausforderungen, die durch den Fragebogen evaluiert werden, betreffen dabei unter anderem die folgenden vergaberechtlichen Bereiche:

  1. Organisation des kommunalen Beschaffungswesens
  2. Bedarf des kommunalen Beschaffungswesens
  3. Erfahrungen mit Konzessionen & öffentlichen Aufträgen
  4. soziale und nachhaltige Aspekte
  5. Innovation,
  6. Finanzierungmodelle
  7. Controlling, Prüfung & Monitoring

Des Weiteren werden durch den Fragebogen die Aspekte der regionalen Entwicklung in Österreich vertiefend beleuchtet und es findet eine allgemeine Evaluierung statistischer Kennzahlen zu den Gemeinden je Bundesland statt.

Der Bereich „Organisation des kommunalen Beschaffungswesens“ behandelt vergaberechtliche Problemstellungen und Herausforderungen, die unter anderem das Beschaffungsvolumen der Gemeinden, die angewendeten Ausschreibungsverfahren sowie die Beschaffungsgruppen von öffentlichen Ausschreibungen betreffen. Mit Beschaffungsgruppen sind dabei Bauaufträge, Lieferaufträge und Dienstleistungsaufträge gemeint, die durch die Studie vertiefend in den Kategorien wie Mobilität, Gebäudemanagement, Straßendienst, Energie, Schulen oder Kindergärten analysiert werden. Des Weiteren wird durch den Bereich „Organisation des kommunalen Beschaffungswesens“ geklärt, wie von interner und externer Seite Ausschreibungen in den Kommunen organisiert werden. Für die Erhebung der internen Seite wird festgestellt, welcher Zeitaufwand pro Jahr für Ausschreibungsverfahren besteht, welche Berufsspezialisierungen die Mitarbeiter in den Gemeinden besitzen und welche Ausschreibungskriterien den Gemeinden bei Ausschreibungsverfahren wichtig sind. Bei der Behandlung der Kriterien-Frage findet eine Gewichtung und ein Ranking der Kriterien (z. B. Preis, Qualität, Transparenz, Ökologie, Stärkung der regionalen Wirtschaft u.v.m.) statt, um ein eindeutiges Bild der Gemeindepräferenzen bei Ausschreibungen zu erheben. Des Weiteren wird der Frage nachgegangen, welche Institutionen die Gemeinden von externer Seite unterstützen, um festzustellen, woher die österreichischen Gemeinden ihr fachspezifisches oder technisches Zusatz-Know-how in Ausschreibungsverfahren beziehen.

Für die Studie, die im Auftrag des Österreichischen Gemeindebunds erfolgt, werden zum Thema Vergabe mindestens 100 Gemeinden in ganz Österreich evaluiert. Bereits jetzt wurden österreichweit mehr als 70 Gemeinden in persönlichen und problemfokussierten Interviews befragt sowie u. a. Experteninterviews mit der Stadt Wien und der Stadt Linz durchgeführt. Anfang September fand zudem ein Experteninterview mit der Stadt Graz statt.

Im Rahmen eines Fachsymposiums mit begleitender Pressekonferenz werden vom P/S/R Institut, dem Österreichischen Gemeindebund, den Studienpartnern, dem Projektbeirat sowie den Unterstützern der Studie die Studienergebnisse im November/Dezember 2014 präsentiert. Aufbauend auf den Studienergebnissen sollen in weiterer Folge entsprechende Lösungsansätze für die Herausforderungen in der kommunalen Vergabepraxis erarbeitet werden.