Sozialrendite des Wasserverbandes Peine

Sozialrendite des Wasserverbandes Peine

wasserverband_peineIhren Ursprung hat die Frage nach sozialen Renditebegriffen in der Diskussion um die (Teil-) Privatisierung kommunaler Wohnungsunternehmen. In diesem Zusammenhang kam in den vergangenen Jahren verstärkt die Frage auf, welche Wohlfahrtseffekte zu erwarten sind, wenn bspw. kommunale Wohnungsunternehmen an privatwirtschaftliche Investoren veräußert oder im Eigentum der Kommune weiterbetrieben werden. Dabei ging es insbesondere darum, die wirtschaftliche Vergleichbarkeit zwischen diesen beiden Eigentumsformen herzustellen. Öffentlichen Unternehmen wurden dabei vielfach pauschal Ineffizienzen vorgeworfen, da sie sich – anders als privatwirtschaftliche Unternehmen – vielfach nicht vorrangig an betriebswirtschaftlichen Kennzahlen orientieren. Der Begriff der Sozialrendite etablierte sich in dieser Debatte als Instrument, um die vielfältigen Aktivitäten der kommunalen Unternehmen gegenüber den ver-meintlich engeren Zielsetzungen privater Investoren gegenüberzustellen.

Die Basis des Sozialrenditebegriffs steht das Konzept der nachhaltigen Entwicklung als Grundidee unternehmerischen Handelns. Dieser Ansatz bildet ein Gegengewicht zu einer rein effizienzbasierten Betrachtung unternehmerischer Aktivitäten, die auf die Allokation von Inputfaktoren und die Optimierung des Outputs in der Kurzfristperspektive setzt und als „Shareholder-Ansatz“ bis heute in der Praxis weit verbreitet ist. Darauf aufbauend beschäftigt sich ein noch relativ junger Forschungszweig, mit der unternehmerischen Verantwortung – der Corporate Social Responsibility (CSR). Dieser betrachtet die Einbindung von Unternehmen in die sie umgebenden gesellschaftlichen Strukturen. Obwohl dieser Ansatz bereits in fernerer Vergangenheit Niederschlag in ethischen Regeln des Wirtschaftslebens gefunden hatte – man denke an die Vorstellungen des „ehrbaren Kaufmanns“ seit den Zeiten der Hanse – wurde er im 20. Jahrhundert durch eine zunehmende Fokussierung auf (nicht minder bedeutende) Effizienz- und zugleich Renditefragestellungen überdeckt. Die Interessen der Eigentümer und Anteilseigner waren insbesondere in den 1980-er und 1990-er Jahren prägend für die Betrachtung von Unternehmen. Der CSR-Ansatz greift vor diesem Hintergrund „alte“ Fragestellungen der Wirtschaftsethik auf, verbindet sie aber im „neuen“ Gewand mit modernen Methoden der Systematisierung und Quantifizierung.

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Kompetenzzentrum Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge e.V.
Neues Augusteum
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