Was bedeutet Contracting?

fachbeitrag14-kleinFachbeitrag 14 zur Studie: „Die Beschaffungspraxis in Österreichs Kommunen unter Berücksichtigung des regionalen Faktors“

Im letzten Beitrag ging es um die Thematik von öffentlich-öffentlicher Partnerschaft (ÖÖP). Dieser Beitrag behandelt die Thematik Contracting im Zuge der Gemeindestudie Die Beschaffungspraxis in Österreichs Kommunen unter Berücksichtigung des regionalen Faktors“. In über 100 Gemeinden in ganz Österreich wird untersucht, welche Erfahrung mit Contracting-Modellen bereits gemacht und in welchen Bereichen Contracting-Modelle angewendet wurden.

Was bedeutet Contracting?

Contracting bedeutet, dass ein Unternehmen (beispielsweise aus dem Energieversorgungsbereich) einem Kunden anbietet, für diesen in eine neue technische Anlage zu investieren oder die Inbetriebnahme einer bestehenden technischen Anlage für den Kunden zu übernehmen. Dabei zahlt der Kunde für die Laufzeit des Contracting-Vertrages einen Preis für die Lieferung dieser Leistung. Dieser Preis setzt sich aus einem verbrauchsabhängigen Anteil und einem Fixkosten-Anteil zusammen.

Gemäß der DIN-Norm 8930-5 (Kälteanlagen und Wärmepumpen, Begriffe und Formelzeichen Teil 5 CONTRACTING), die u. a. Erklärungen für die Begriffe „Contracting“, „Contractor“ und „Contractingnehmer“ beinhaltet, gibt es vier gängige Contracting-Varianten:

  • Energiespar-Contracting (bzw. Performance-Contracting oder Energie-Einspar-Contracting),
  • Betriebsführungs-Contracting (bzw. technisches Gebäudemanagement),
  • Finanzierungs-Contracting (bzw. Anlagenbau-Leasing oder Third-Party-Financing (TPF)),
  • Energieliefer-Contracting (bzw. Anlagen-Contracting oder Nutzenergie-Lieferung).

Die Vorteile eines Contractings sind u. a., dass ein Kunde von der Erfahrung eines Unternehmens profitiert und bei einer Contracting-Lösung Investitionskapital einsparen kann. Im nächsten Beitrag wird die Thematik der „Konzessionen“ im Zuge der Gemeindestudie behandelt.