Was ist eine Losvergabe?

fachbeitrag15-kleinFachbeitrag 15 zur Studie: „Die Beschaffungspraxis in Österreichs Kommunen unter Berücksichtigung des regionalen Faktors“

Der letzte Beitrag befasste sich mit der Thematik des Contractings. Im heutigen Beitrag geht es um Losvergabe. Im Rahmen der Gemeindestudie „Die Beschaffungspraxis in Österreichs Kommunen unter Berücksichtigung des regionalen Faktors“ wurden über 100 Gemeinden in ganz Österreich befragt, ob diese Lose im Vergabeverfahren verwenden.

Im Rahmen des Vergabeverfahrens können öffentliche Auftraggeber die zu beschaffende Leistung in Lose unterteilen. Mit der Vergabe in Losen wird das Ziel verfolgt, Klein- und Mittelunternehmen (KMU) die Teilnahme am Vergabeverfahren zu ermöglichen und schlussendlich den Wettbewerb zwischen den Bietern zu intensivieren. Die Aufteilung in Lose kann sowohl quantitativ als auch leistungsspezifisch erfolgen. Mit einer mengenmäßigen Aufteilung von Großaufträgen wird es KMU ermöglicht, Aufträge im Rahmen ihrer Kapazitäten für die öffentliche Hand zu erfüllen. Darüber hinaus können Lose in einzelne Projektphasen oder in Fachgebiete untergliedert werden, sodass mehrere Unternehmen an einem Gesamtauftrag zusammenarbeiten können.

Dennoch darf eine Aufteilung der Aufträge nicht zu einer Umgehung von rechtlichen Bestimmungen führen. Daher ist für die Bestimmung der anzuwendenden Rechtsvorschriften der gesamte berechnete Schätzwert von Bedeutung. Sofern der Schätzwert der zusammengezählten Lose die jeweiligen auftragsspezifischen Schwellenwerte erreicht, ist im Oberschwellenbereich zu vergeben.